Rot-Rot-Grün

Über ein mögliches Rot-Rot-Grün in Berlin wird gerade in der ganzen Republik diskutiert. Ich habe mir dazu die Altersstruktur der Wähler angesehen, nicht unbedingt ein Hobby, mit dem man auf Partys Eindruck macht.

Knapp die Hälfte der Wähler unter 30 hat Die Linke gewählt, bei einem Gesamtergebnis von 25,7 Prozent. Vor der Wahl sagten 76 Prozent der 16- bis 34-jährigen Berliner in einer Umfrage, die Politik kümmere sich schlecht um ihre Anliegen.
Das ist schon eine ganze Menge Unzufriedenheit.

Mich beschäftigt, was junge Menschen von ihrer Zukunft erwarten und wie viel davon sie noch für erreichbar halten. Natürlich muss ich dabei sofort an Japan denken.
Das passiert mir bei den meisten Themen, mein Umfeld hat sich damit abgefunden.

Dort traf es in den Neunzigerjahren junge Menschen, die nach dem Platzen der Wirtschaftsblase ins Berufsleben starteten.
Gut ausgebildet, mit den besten Voraussetzungen blieben sie vor der Tür.

Man nennt diese Zeit Shūshoku Hyōgaki, Beschäftigungseiszeit.
Wer leer ausging, bekam mitunter zu hören: jiko sekinin. Eigenverantwortung.
Selbst schuld.

Den Gedanken der Eigenverantwortung hat mir schon mein japanischer Vater mitgegeben. Und ich halte bis heute viel davon. Nur kann man für eine geplatzte Wirtschaftsblase schlecht selbst verantwortlich sein.

Vielleicht haben die jungen Berliner ja vorher von der japanischen Beschäftigungseiszeit gelesen und deshalb anders gewählt. Ich halte das für unwahrscheinlich, für meinen Beitrag wäre es allerdings ausgesprochen hilfreich.

Ich weiß nicht, ob die jungen Berliner mit ihrer Wahl richtigliegen.
Aber ich würde gern verstehen, was sie dazu bewegt hat.

In Japan hat man die Probleme einer jungen Generation lange unter dem Stichwort „Eigenverantwortung“ abgehandelt. Besonders gut funktioniert hat das rückblickend nicht.

Ideen für
eine bessere
Zukunft

Michael Okada

Tickets kaufen