Gegen Fachkräftemangel hilft vielleicht Helene Fischer.
Das deutsche Bäckerhandwerk sollte sie engagieren.
Sie steht dreißig Sekunden hinter einem Verkaufstresen, packt Brötchen ein, kassiert und am Ende mit Blick in die Kamera sagt sie: „Kommt zu uns. Wir haben Stellen.“
Ob das was bringt, weiß ich nicht, aber ich würde es mir anschauen.
Es ist ja auch nicht meine Idee, sie ist geklaut.
Aus Japan.
In Japan wirbt die Convenience-Kette FamilyMart mit Lady Gaga um Personal.
Sie räumt Regale ein, serviert, steht an der Kasse und das alles in diesen hochhackigen Plateauschuhen.
Allein dafür hat sie meinen Respekt.
Am Ende fragt sie dann, ob man nicht bei FamilyMart arbeiten wolle.
Auch in Japan fehlt es an Leuten.
Schon bei meinen letzten Japan-Reisen ist mir in den Convenience Stores aufgefallen, wie selten dort noch ein Japaner hinter der Kasse war.
Und fast gleichzeitig lese ich, dass Japan gerade Teile seiner Einwanderungs- und Aufenthaltsregeln verschärft.
Das ist bemerkenswert, denn in Japan haben nur gut drei Prozent der Menschen einen ausländischen Pass. In Deutschland waren es Ende 2025 nach Destatis 14,9 Prozent.
Japan diskutiert über Zuwanderung also aus einer ganz anderen Ausgangslage als Deutschland, die Debatte kommt mir trotzdem sehr bekannt vor.
Beides zusammen muss kein Widerspruch sein.
Ein Land kann Arbeitskräfte brauchen und zugleich darüber entscheiden, wer kommen darf und unter welchen Bedingungen.
Die Bevölkerung schrumpft in beiden Ländern, und in beiden wird über Zuwanderung gestritten. Die praktische Frage bleibt: Wer macht die Arbeit?
Schwer zu beantworten. Ich höre weder Lady Gaga noch Helene Fischer.